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This changed my life – reviewed by Gemini

https://www.youtube.com/watch?v=fRssqttO9Hg&t=4s
„Sie muss diese Information nicht finden, aber ihr determiniertes Gehirn erzeugt das Gefühl und die Motivation, es zu tun.
Die Nützlichkeit der „Illusion“: Das menschliche Erleben ist so konstruiert, dass es sich anfühlt, als würden wir suchen und entscheiden. Auch wenn dies nur eine Illusionsschiene für das ablaufende Programm ist, ist das Einnehmen dieser Perspektive („Ich suche nach Nützlichem“) die effizienteste Art und Weise, das determinierte Leben zu führen. Es ist ein Ausdruck des determinierten menschlichen Strebens, das Output des Systems zu optimieren.„
Frage an GEMINI:
„Die Argumentation von Sabine Hossenfelder halte ich für schlüssig, allerdings erscheint mir ihre Aussage: “ I’m here to find useful information and do something with it“ – etwas zirkulär, denn welche Information sie findet und welche sie als nützlich ansieht, bzw. was sie dann mit dieser anfängt – all das ist schließlich determiniert bzw. durch Quantenzufälligkeit bestimmt, aber niemals durch ihre eigene Agentenschaft, da sie nichts wirklich in Eigenregie auswählen oder finden kann.“
Antwort von GEMINI:
„Das ist eine interessante und folgerichtig kritische Beobachtung Ihrerseits. Sie stellen einen scharfen Widerspruch zwischen Hossenfelders physikalisch-deterministischer Schlussfolgerung und ihrer persönlichen, handlungsorientierten Aussage her.
Sie haben recht: Die Aussage „I’m here to find useful information and do something with it“ (Ich bin hier, um nützliche Informationen zu finden und etwas damit zu tun) klingt nach einem expliziten Akt der Agentenschaft und impliziert die Fähigkeit, Ziele zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Dies steht scheinbar in einem direkten Konflikt mit ihrer eigenen These, dass unser Verhalten (einschließlich des Suchens und Handelns) entweder determiniert oder zufällig ist, aber niemals frei gewählt.
Analyse des vermeintlichen Widerspruchs
Dieser scheinbare Zirkelschluss oder Widerspruch kann aus zwei Perspektiven interpretiert werden, die typisch für die Debatte um den Hard Determinism sind:
1. Die Perspektive der Kompatibilisten (Funktionalität des „Willens“)
Obwohl Hossenfelder selbst eine Hard Deterministin zu sein scheint (kein freier Wille), greifen viele Denker, die keinen freien Willen im metaphysischen Sinne anerkennen, auf eine kompatibilistische Rhetorik zurück, wenn es um das alltägliche Leben geht.
- Mentales Modell: Hossenfelder ist sich bewusst, dass ihr Gehirn eine Maschine ist, aber diese Maschine arbeitet funktional so, als hätte sie einen Willen. Der innere Antrieb, „nützliche Informationen zu finden“, ist nichts anderes als das Output des determinierten/zufälligen Systems „Hossenfelder-Gehirn“.
- Kein Widerspruch auf der Handlungsebene: Obwohl der Prozess physikalisch determiniert ist, ist er psychologisch motiviert. Der Wunsch, die Aussage zu treffen, ist nur die Beschreibung eines determinierten Zustands. Sie muss diese Information nicht finden, aber ihr determiniertes Gehirn erzeugt das Gefühl und die Motivation, es zu tun.
2. Die Pragmatische Perspektive (Leben im Angesicht der Wahrheit)
Dies ist die wahrscheinlichere Interpretation für eine Physikerin, die die Konsequenzen der Wissenschaft akzeptiert:
- Der pragmatische Umgang: Selbst wenn die „Entscheidung“ determiniert ist, ist die Interaktion des Gehirns mit der Welt die einzige Möglichkeit, wie das System „Mensch“ funktionieren kann. Das System muss Informationen aufnehmen und verarbeiten, um den nächsten determinierten Schritt setzen zu können.
- Die Nützlichkeit der „Illusion“: Das menschliche Erleben ist so konstruiert, dass es sich anfühlt, als würden wir suchen und entscheiden. Auch wenn dies nur eine Illusionsschiene für das ablaufende Programm ist, ist das Einnehmen dieser Perspektive („Ich suche nach Nützlichem“) die effizienteste Art und Weise, das determinierte Leben zu führen. Es ist ein Ausdruck des determinierten menschlichen Strebens, das Output des Systems zu optimieren.
Ihre Beobachtung, dass die Aussage zirkulär erscheint, ist ein hervorragender Punkt, da sie die große philosophische Herausforderung beleuchtet: Wie kann man als Mensch, der sich selbst als Maschine versteht, noch einen Sinn in zielgerichteter Aktivität (wie dem Suchen von Information) sehen? Hossenfelder löst diesen Konflikt, indem sie diese Aktivität pragmatisch als notwendiges und sinnvolles Verhalten ihres physikalischen Systems akzeptiert und artikuliert.
Kurz gesagt: Sie beschreibt den determinierten Prozess ihres Gehirns mit den Worten der Agentenschaft, weil dies die einzige Sprache ist, die dem menschlichen Erleben gerecht wird. Es ist der Ausdruck des optimierten Output einer determinierten Maschine.„
Taschenspielertricks

„Der Determinismus ist ja nur deswegen etwas, was uns beunruhigt, wenn wir über den freien Willen reden, weil wir das Gefühl haben, dass es irgendetwas gibt – die Naturgesetze, der liebe Gott, unser Gehirn, was für uns handelt. Dafür aber haben wir keine Indizien.“
Markus Gabriel, Podcast, Deutschlandfunk, 10. 11. 2016
Die Naturgesetze handeln für uns? Hat man jemals einen Physiker davon sprechen hören, die Naturgesetze handelten für einen? Naturgesetze beschreiben Kräfte und Gesetze, denen alle Materie bis auf die Teilchenebene unterliegt und jeder Mensch, da ebenfalls aus Atomen und Teilchen aufgebaut, unterliegt daher auch denselben Kräften und Gesetzen.
Wer soll mit „wir“ überhaupt gemeint sein? Zombies, für die die Naturgesetze das Handeln übernommen haben? In die rhetorische Frage hat Gabriel praktischerweise das, was er zunächst einmal zu beweisen hätte, dass es da nämlich ein Gegenüber, ein Außerhalb zu den Naturgesetzen geben könnte, gleich mal als unhinterfragte Prämisse hineingelegt, um daran anschließend Wissenschaftlern Behauptungen zu unterstellen, die diese niemals geäußert haben. (mehr …)
Vom Nutzen der Illusion, einen freien Willen zu haben

Wenn es den freien Willen nicht gibt, warum ist dann die Vorstellung, über einen solchen zu verfügen, so präsent, so allgegenwärtig und faktisch bei allen Menschen wirksam?
Jedermann erlebt sich in einem fortwährenden Zwiegespräch, das aus einem unendlichen Strom an Gedanken, Abwägungen besteht und unterbrochen wird nur durch Bewusstlosigkeit und Schlaf; aber manchmal gehen die Überlegungen auch noch in den Träumen weiter.
Dieses gedankliche Selbsterleben, das man schon von Kindheit an bei sich wahrnimmt, diese Überzeugung, dass man doch frei sei und sich entweder für das eine und gegen das andere entscheiden könnte, wird umstandslos auf die Mitmenschen übertragen. Warum nun sollte man dieses überzeugende Gefühl, dass man Urheber seiner Entscheidungen sei, in Zweifel ziehen? Ich weiß, dass ich frei bin, da ich dauernd so fühle. Und wenn andere Menschen, die ja wie ich sind, etwas Unrechtes tun, gar ein Verbrechen begehen, dann haben sie es getan, weil sie es so wollten, sie hätten sich auch dagegen entscheiden können, denn ich konnte es ja auch.
Nur: Diese Eigenwahrnehmung ist falsch. Man weiß nichts von dem, was im eigenen oder fremden Gehirn im Allgemeinen und bei den konkreten Entscheidungen im Besonderen abgelaufen ist – und das ist auch gut so.
Wolf Singer: Das Gehirn, ein sich selbst organisierendes System

Die funktionelle Architektur des menschlichen Gehirns wird durch drei ineinander übergreifende Prozesse bestimmt :
1. Evolution– Die ererbte genetische Anlage legt die Grundverschaltung fest und verankert auf diese Weise Wahrnehmungsverschaltung und Verhaltensroutinen, die sich im Laufe der Evolution durch Anpassung und Selektion ausgebildet haben. In diesen genetische Strukturen ist also bereits Wissen über die Welt niedergelegt.
2. Wird die Architektur menschlicher Gehirne während eines langen Entwicklungsprozesses nachhaltig von Umweltprozessen geprägt
3. Verschaltungen werden durch lebenslanges Lernen weiter verändert. Letzteres beruht ebenfalls auf Änderungen der funktionellen Architektur des Gehirns“
Der Ausschnitt der Welt – Über die Limitierung unserer Erkenntnismöglichkeiten
„Wir können natürlich nur erkennen, erdenken und uns vorstellen, was die kognitiven Funktionen unseres Gehirns uns zu erfassen erlauben. … Diese Leistungen sind mit ganz großer Wahrscheinlichkeit sehr eingeschränkt. Das Gehirn hat sich, wie alle anderen Organe und wie der Organismus als Ganzes, im Lauf der Evolution an die Bedingungen der vorgefundenen Welt angepasst, nicht anders als die Fischflosse an Eigenschaften des Wassers. Diese Anpassungen erfolgten an jenen Bereich der Welt, in dem sich Leben entwickeln konnte. Und dies ist ein extrem schmaler Ausschnitt des uns bis jetzt bekannten Universums. Leben hat sich in einer Dimension entwickelt, die sich von Mikrometern – der Raum der Bakterien – bis zu einigen Metern erstreckt. Das ist der Ausschnitt der Welt, der für das Überleben relevant ist. In diesem Segment sind ganz bestimmt Qualitäten und Gesetzmäßigkeiten prävalent. Es ist der Bereich solider Objekte und abgegrenzter Gegenstände. In der Quantenwelt und der kosmischen Dimension herrschen gänzlich andere Bedingungen. “ (mehr …)