Illusion Willensfreiheit

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„Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschlichen Willens sprechen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt? Schopenhauer hat einmal gesagt: ‚Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.“

Albert Einstein

 

 

Geist ist das, was Gehirne tun.

Marvin Minsky

 

 

Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt. Zu sagen cogito, ist schon zu viel, so bald man es durch Ich denke übersetzt. Das Ich anzunehmen, zu postulieren, ist praktisches Bedürfnis.“

Georg Christoph Lichtenberg,  erster deutscher Professor für Experimentalphysik im Zeitalter der Aufklärung 

 

 

Es hat den Anschein, als ob die denkende Menschheit in zwei Lager gespalten ist

„Seit langem ist über die Bedeutung des Kausalgesetzes in der Natur- und Geisteswelt, über Sinnliches und Übersinnliches, über Willensfreiheit und Willensgebundenheit nicht so heftig gestritten worden, wie in unseren Tagen, und man kann sagen, dass über diese Dinge in weiten Kreisen gegenwärtig eine höchst unerfreuliche Unklarheit besteht. Fast hat es den Anschein, als ob die denkende Menschheit bezüglich dieser Fragen in zwei getrennte Lager gespalten ist.

Den einen ist es in erster Linie um das Erkennen zu tun; sie sehen in einer strengen Kausalität, auch für alle geistigen Vorgänge, ein unentbehrliches Postulat der wissenschaftlichen Forschung und tragen daher kein Bedenken, als Preis für ein vollständiges Verständnis dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält, auch die eigene Willensfreiheit zum Opfer zu bringen.

Die andern, mehr dem Handeln zugewandten Naturen, deren Selbstgefühl sich aufbäumt gegen die Zumutung, durch eine Unterordnung unter die Herrschaft starrer Gesetze zu einem blutlosen Automaten herabgewürdigt zu werden, und die daher die Willensfreiheit als das höchste Gut des denkenden Menschen in Anspruch nehmen, möchten dem Kausalgesetz wenigstens auf dem Gebiet des höheren Seelenlebens die Gültigkeit am liebsten ganz absprechen, zum mindesten aber so stark als irgend möglich beschneiden.

Bei dieser recht unbefriedigenden Sachlage dürfte es wohl nicht ohne Interesse sein, einmal von einem Vertreter der exakten Naturforschung zu hören, was sich vom Standpunkt seiner Wissenschaft aus, deren Methodik jedenfalls auf ein hohes Maß von Zuverlässigkeit Anspruch machen darf. über das vorliegende Problem etwa sagen lässt. Und wenn es mir nicht gelingen sollte, Ihre Zustimmung zu allen meinen Ausführungen zu erlangen, so würde ich es doch schon als einen Erfolg betrachten, wenn durch sie Ihr Widerspruch herausgefordert und Ihnen damit Ihre eigene Stellung zu den hier behandelten Fragen noch deutlicher zum Bewusstsein gebracht werden würde

Max Planck, Kausalität und Willensfreiheit, Vortrag gehalten am 27. Februar 1923