Illusion Willensfreiheit

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Der Zustand der Welt – warum es Willensfreiheit nicht geben kann

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Eine elegante und zugleich äußerst präzise Begründung über die Unmöglichkeit der Willensfreiheit in einer – abgesehen von Quanteneffekten – vollständig kausal bedingten Welt, findet sich auf dem Blog von Martin Bäker:

Jede Entscheidung, die ich treffe, ist durch den Zustand der Welt zu Beginn des Entscheidungsprozesses determiniert.

Es ist nach diesem Standpunkt also nicht denkbar, dass ich mich auch hätte anders entscheiden können.

 

Martin Bäker: Hier-wohnen-Drachen-Warum ich das Problem nicht verstehe

 

Die einzige Frage

 

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Von was handelt die Willensfreiheit?

Es geht um eine einzige Frage:

Hätte eine bestimmte Person P zu einem bestimmten Zeitpunkt t auch anders handeln können, als sie gehandelt hat?

Wer die Frage verneint, verneint die Möglichkeit des freien Willens.

Wer die Frage bejaht, bejaht die Möglichkeit der Willensfreiheit.

Das ist alles. Die Definition dessen, von was die Willensfreiheit handelt, lässt sich auf diese eine Frage reduzieren.  Die Antwort lautet entweder Ja oder Nein, so, wie die Frage, ob die Erde sich um die Sonne dreht, der Mensch mit den Affen einen gemeinsamen Vorfahren teilt oder ob Wasser aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom besteht, ebenfalls mit Ja oder Nein beantwortet werden kann.

Viele Philosophen und auch manche Psychologen versuchen nun, mit Ausweichmanövern diese Fragestellung zu umgehen und sich dadurch einer konkreten Stellungnahme zu entziehen. Sie eröffnen Nebenschauplätze, indem sie von den „eigentlich interessanten Fragen“ fabulieren, (T. Metzinger),  oder behaupten,  es existiere Unvereinbares gleichzeitig, (der Wille sei sowohl determiniert als auch frei, (J. Kuhl)  oder sie  beschäftigen sich mit individuellen Fähigkeiten zur Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle. ( J.Bauer).

Alle diese Themenbereiche berühren lediglich Unterkategorien von Fragestellungen, die zwar in Teilaspekten das menschliche Handeln, Denken und Fühlen betreffen,  sie beziehen sich aber nicht auf die übergeordnete und entscheidende Frage des Anderskönnens,  die einzig eine Klärung der Frage nach der Existenz der Willensfreiheit erlaubt.